Fairphone oder „Wie weniger mehr sein kann“

17. Mai 2013 § 2 Kommentare

Vor ein paar Tagen wurde ich von meiner anderen Hälfte auf ein sogenanntes „Fairphone“ angesprochen. Scheinbar ein Handy, das von Leuten vertrieben werden soll, die sich dem Fairtrade Gedanken verschrieben haben. Schön dachte ich mir, anschauen kostet ja nichts. Weit gefehlt, aber dazu später mehr.

Ich bin also auf die Suche nach diesem Handy gegangen, das anderen gute Arbeitsbedingungen und mir ein gutes Gefühl bescheren sollte. Und ich bin fündig geworden. Die Website von Fairphone ist sehr aufgeräumt. Kein unnötiger Schnickschnack. Das Handy sieht so schlecht nicht aus und auch der Umstand, dass die zur Herstellung verwendeten Materialien fair gehandelt werden und die Bedingungen, unter denen sie gewonnen werden auch dem Gedanken der Fairness entsprechen liess mich vollends neugierig werden. Die Spezifikationen deuten auf ein Modell der gehobenen Mittelklasse, wenn nicht sogar Oberklasse, hin. Vernünftig grosses Display, Dual SIM, Android 4.2, etc. Als ich die Beschreibung las und mir vorstellte, was ein Handy kosten müsste dessen Rohstoffe fairgehandelt werden dachte ich schon: „Das wird nie was. Wer will schon CHF 1’000.- für ein Gerät ausgeben, das niemand kennt.“ Ich habe dann nach dem Preis gesucht und wurde, als Empfänger des Newsletters mit der Möglichkeit der Vorbestellung belohnt, fündig. € 325.- (inkl. MwSt). Ja, ich dachte zuerst auch, das sein ein Tippfehler. „Da fehlt doch eine 1 vorne oder zumindest die 5 muss vorne stehen. Oder das Komma ist am falschen Platz …“. Nichts da. Und das beste ist: Da ich nicht in Holland wohne, zahle ich die 21 % MwSt nicht. 😉

Eingedenk der Tatsache, dass ich hier ein vollwertiges und aktuelles Gerät vor mir habe, dessen Rohstoffe zu fairen Konditionen eingekauft wurden und das noch nicht mal die Hälfte von aktuell verfügbaren und durchaus vergleichbaren Geräten kostet frage ich mich, wie die Preise von aktuellen Platzhirschen zustande kommen. Und warum solche Firmen über „Umsatzeinbussen“ jammern können. Mir wurde übel. Und ich habe zwei davon bestellt. Nicht um mein Gewissen zu beruhigen, sondern weil ich das als etwas sinnvolles erachte.

Ich hoffe sehr, dass die 5000 Bestellungen zusammenkommen, damit das Gerät in Produktion gehen kann. Vielleicht mögt ihr das ja weitersagen oder noch besser, gleich selber eines ordern?

 

Update (05.06.2013): Die 5000 sind geknackt. Die Produktion startet und ich freue mich auf unsere neuen Handies im Herbst! 🙂

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